Wie Mittelständler Google richtig nutzen können! Die Branche der Suchmaschinen-Optimierer wächst rasant, im letzten Jahr haben die Anbieter in Deutschland rund 150 Millionen Euro umgesetzt
Die Dienstleistungen sind begehrt. Alles dreht sich um die Frage: Wie funktionieren Suchmaschinen und wie nutze ich sie für meine Firma? Denn bei Google und Co. will jedes Unternehmen ganz oben landen.
HAMBURG. Wer nicht weiß, was ein "Black Hat SEO" oder ein "Keyword Effectiveness Index" ist, sollte sich über Suchmaschinenoptimierung (SEO) informieren. Dabei geht es nämlich wie beim Sport um Schnelligkeit, Ausdauer und Reaktionsfähigkeit. Es ringen allerdings nicht muskulöse Athleten um Ruhm und Medaillen. Die Champions sind hier Suchmaschinen-Versteher und ihr Futter ist Spezialsoftware, mit der sie es schaffen, eine Firma bei Google auf die ersten Plätze zu heben. Diese Experten heißen Suchmaschinen-Optimierer. Ihre Branche wächst rasant. Allein in 2009 setzten SEO-Anbieter mit Dienstleistungen und Software in Deutschland rund 150 Millionen Euro um, schätzt Horst Joepen, Geschäftsführer des SEO-Software-Herstellers Searchmetrics in Berlin.
Die Branche ist in Bewegung: Der Markt ist fragmentiert und für Außenstehende unübersichtlich, erklärt Phillipp von Stülpnagel, SEO-Experte vom Bundesverband für Digitale Wirtschaft (BVDW). "Die Anzahl der Anbieter hat in den vergangenen drei Jahren enorm zugenommen." Der Grund: "Viele SEO-Freelancer bezeichnen sich als SEO-Agentur" erklärt Stülpnagel, der außerdem Geschäftsführer der Spezial-Agentur SUMO ist. Außerdem würden viele kleine und große Werbeagenturen SEO in ihren Dienstleistungskatalog aufnehmen - nicht immer mit fachlichem Hintergrund. Die Branche teilt sich in Agenturen, die Suchmaschinenoptimierung als Dienstleistung anbieten, und in Entwickler von b-to-b Spezial-Software.
Alles dreht sich um die Frage: Wie funktionieren Suchmaschinen und wie nutze ich sie für meine Firma? "Sie entwickeln sich ständig weiter", erläutert Joepen. "Und sie bewerten Inhalte in jedem Land anders." Deshalb müssen die Online-Marketing-Profis auch ständig am Ball bleiben. "Wir müssen immer wissen, welche Keywords für bestimmte Unternehmensbereiche in welchen Ländern Schlüsselpositionen einnehmen." Zum Beispiel bekommt die Webseite eines mittelständischen Gurtförderbandherstellers viel mehr Besucher über Google, wenn dort die Stichwörter "Förderbänder und Transportsysteme" verwendet werden. Man spricht in diesem Fall von einem höheren Suchvolumen. Ein anderes Beispiel: Der Suchbegriff "Handy" ist auf den Webseiten im Ausland völlig nutzlos, da hier nur die Bezeichnung "Mobile Phone" zum Ziel führt. Und der Arzt in Deutschland sollte bei seinem Online-Auftritt auf eine Reihe umgangssprachliche Krankheitsbegriffe wie "Grippe" oder "Magenschmerzen" eingehen.
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